Geburtstagsgedicht für die Tante

Neulich wurd‘ ich mal gefragt,

was es mit meiner Tante auf sich hat.

„Die liebe Tante Barbara,

sie duftet stets gar wunderbar

und hat den exklusivsten Schmuck

– ob Edelstein oder Perlmutt!

Auf Reha war die Barb‘ra nun,

wird durch Tanzsäle rauschen wie ein Taifun!“

 

– „Und wie ist es früher gewesen,

war sie auch mal bei den Taiwanesen?“

Da hob ich meine Pfote

und erzählte ne Anekdote:

– „Schon als ich noch war ein junges Kind,

die Barbara fuhr in Urlaub mit uns geschwind:

Als wir einmal in Kreta war’n –

das war vor über zwanzig Jahr’n,

hab‘ ich mir ihr Pinzettchen geborgt.

Sie hat sich nicht darum gesorgt

und sich im Stillen bloß gedacht:

„Was ein kleines Mädchen damit wohl macht?“

Als vom toten Muschel-Krebs du erfuhrst mit Bangen,

ist dir so richtig das Lachen vergangen.

Die kleine Nichte hat boshaft gelacht

und noch zahlreiche weitere Streiche gemacht.

 

Schon als du vierzig geworden bist,

stand‘st du bei dir selbst auf der roten List‘.

Doch nun, in älteren Jahren

einen ganz neuen Weg bist du gefahren:

Einen feschen Mann hast du dir geangelt,

sodass es dir an Glück nicht mangelt.

Nun wünsch ich dir Gesundheit und Zeit –

für noch mehr Glück mach‘ dich bereit!

 

Autorin: Joana Dörfler

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